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VFL Osnabrück Leistungsdiagnostik im centrumed athletik

+++Testmarathon im centrumed athletik +++
VfL Osnabrück: Leistungsdiagnostik vor Trainingsstart

News | VFL Osnabrück Leistungsdiagnostik

Bericht aus der neuen Osnabrücker Zeitung vom 05.01.15

Athletikarbeit ist zweitligareif VfL Osnabrück: „Wichtiger Baustein für unsere Ziele“

Osnabrück.Der Kapitän des VfL Osnabrück ist schweißgebadet. Alexander Dercho braucht nach der Leistungsdiagnostik im Gesundheitszentrum „Centrumed“, die die intensive Vorbereitung des Fußball-Drittligisten auf die Restserie einläutet, erst mal seine Ruhe. Das rund 80-minütige Programm ist nicht weniger anstrengend als eine harte Trainingseinheit auf dem Rasen. Doch Dercho weiß, was er an der professionellen Athletikarbeit hat: „Es gibt einem Spieler zusätzliches Selbstvertrauen, wenn er weiß, dass er voll fit ist.“

Die Leistungsdiagnostik , die mit der Messung des Körpergewichts und der Bestimmung des Fettanteils im Körper beginnt, ist viel mehr als eine einmalige Bestandsaufnahme der Belastungsfähigkeit und Verletzungsanfälligkeit des Spielers. Sie ist der Anstoß für die fortlaufende individuelle Arbeit an der Athletik der Spieler mithilfe der Sportwissenschaft. Die Leistungsdiagnostik zeigt auf, wie es um die Belastungsgrenze, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Kraft und Körperstabilität bestellt ist. Sie ermittelt die athletischen Stärken und Schwächen des Spielers und ist die Grundlage der Steuerung der Trainingsintensität.

Die große Leistungsdiagnostik findet beim VfL viermal pro Saison im „Centrumed“ statt: im Juni vor dem Vorbereitungsstart, im August nach dem Saisonbeginn, Anfang Januar vor Beginn der Vorbereitung und im Laufe der Rückrunde. Der Spieler absolviert dabei vier Testbereiche: Mit dem Functional Movement Screen (FMS) werden die Bewegungsfunktionalität und Körperstabilität in sieben Übungen festgestellt. Der FMS hilft wesentlich, die Verletzungsanfälligkeit eines Sportlers zu bestimmen. Beim Beinkrafttest werden die Muskulatur und die maximale Kraft der Oberschenkel und Beine geprüft. Beim Sprungkrafttest auf der Matte werden seine Startexplosionskraft, Schnellkraft in der Bewegung und Elastizität der Sprungfedern gemessen.

Auf dem Laufband kommt es zum Laktat- und Ergospirometrie-Test. Hier wird die höchstmögliche Belastung festgestellt, die länger durchgehalten werden kann. Er zeigt auf, bis in welche Bereiche die Muskeln ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Zum Schnelligkeitstest kommt es dann später im Rahmen des Mannschaftstrainings auf der Illoshöhe.

Chefcoach Maik Walpurgis gewährt seinen Athletiktrainern in Zusammenarbeit mit dem „Centrumed“ die nötigen Freiräume, um moderne Methoden in der Athletik- und Ausdauerschulung konsequent anzuwenden. „Für uns ist die professionelle Arbeit in diesen Bereichen ein ganz wichtiger Punkt. Ich bin froh, dass wir mit Oliver Schuppien und Henrik Frach zwei spezialisierte, kompetente Athletiktrainer im Team haben. Wir stimmen uns optimal ab“, so Walpurgis.

Eine solch enge Zusammenarbeit zwischen den Spitzenathleten, akademisch ausgebildeten Athletiktrainern und Therapeuten hat sich in Individualsportarten wie Tennis, Leichtathletik und Schwimmen bereits in den 70er- und 80er-Jahren etabliert. Der Fußball folgte viel später: Als der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann 2004 in der Nationalmannschaft ein großes Team um den amerikanischen Athletiktrainer Mark Verstegen engagierte, beäugten dies viele zunächst skeptisch. Längst legt jeder Bundes- und Zweitligist großen Wert auf individuelle Athletikarbeit. „Die Spieler können in Sachen Kondition und Koordination viel mehr aus sich herausholen, als sie sich selbst vorstellen können“, sagt VfL-Athletiktrainer Frach. „Wenn man beispielsweise sieht, wie sich unsere Neuzugänge körperlich entwickelt haben, ist das überragend“, ergänzt er.

Laut Walpurgis bewegt sich der VfL in der Athletikarbeit bereits auf einem Niveau, das auch für die 2. Liga angemessen wäre. „Mit unseren Möglichkeiten zur Trainingssteuerung sind wir im Drittligavergleich auf einem sehr guten Level“, sagt auch Frach, der sich innerhalb seines sportwissenschaftlichen Studiums mit dem Athletiktraining im Profifußball intensiv beschäftigt hat. Frach, der auch die Aktivierung – früher Aufwärmen genannt und da noch hauptsächlich aufs Dehnen und Laufen beschränkt – vor dem Spiel und Training übernimmt, unterstreicht: „Bei einem intensiven Spielsystem wie dem unseren ist es sinnvoll, die Ausdauerleistungsfähigkeit fortlaufend zu ermitteln. Es ist auch wichtig, um die im Saisonverlauf steigende Verletzungsanfälligkeit zu minimieren.“

Der Leistungsdiagnostik folgt eine ständige individuelle athletische Arbeit mit jedem Spieler. Vor der intensiven Vorbereitung im Sommer und Winter hilft sie den Verantwortlichen, die Belastbarkeit eines jeden Spielers zu optimieren. Und diese dann während der Saison auf dem höchstmöglichen Niveau zu halten. Spieler, die nach einer Verletzung zurückkehren, können mit ihr möglichst schnell wieder in die nötige körperliche Verfassung kommen. Mithilfe eines an der Brust heftenden Chips, den alle Spieler während jeder Trainingseinheit tragen, wird deren Herzfrequenz und Belastungsfähigkeit ständig ermittelt und an die Datenbank übergeben. „Diese Werte sind wichtige Mosaiksteine im Puzzle, die unser großes Bild von den einzelnen Spielern und der Mannschaft vervollständigen“, so Walpurgis.

Wenn die Spieler dienstags und mittwochs vormittags, also vor dem Mannschaftstraining, im „Centrumed“ Athletikarbeit einlegen, arbeiten sie individuell an ihren aktuellen körperlichen Schwachpunkten und Ausdauerfähigkeiten. „Dienstags ist die Belastung bei uns am höchsten“, sagt Frach. Dann steht vor allem die Arbeit an der Beinkraft und Schnelligkeit im Vordergrund. „Mittwochs bei den Übungen für die Oberkörperkraft ist die Intensität ebenfalls hoch. Donnerstags, zwei Tage vor dem Spiel, geht es um die Beweglichkeit“, führt Frach aus. „Freitags werden die Zügel angezogen und die Muskeln darauf eingestellt, am Samstag zügigen Powerfußball zu spielen.“

„Der Profifußball ist dynamischer und schneller geworden. Erfolgreiche Fußballer entwickeln sich immer mehr zu Fußballathleten“, betont der Sportwissenschaftler. „Wir versuchen über ein individuell auf den Fußballer abgestimmtes Training, den einzelnen Spieler zu verbessern und damit unseren Beitrag zum Teamerfolg zu liefern. Das ist ein wichtiger Baustein für unsere Ziele.”

 


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